Johann Wolfgang von Goethe
126 - 150 di 277 Sätzes Johann Wolfgang von Goethe
Wenn einen Menschen die Natur erhoben,
ist es kein Wunder, wenn ihm viel gelingt;
man muß in ihm die Macht des Schöpfers loben,
der schwachen Ton zu solcher Ehre bringt.
Johann Wolfgang von Goethe
Die Nachtigall, sie war entfernt, - Der Frühling lockt sie wieder; - Was Neues hat sie nicht gelernt, - Singt alte, liebe Lieder.
Johann Wolfgang von Goethe
Gatten, die sich vertragen wollen,
lernens von uns beiden!
Wenn sich zweie lieben sollen,
braucht man sie nur zu scheiden.
Johann Wolfgang von Goethe
Ich glaub wohl, daß Ihre Liebe zu mir mit dem Absein wächst; denn wo ich weg bin, können Sie auch die Idee lieben, die Sie von mir haben; wenn ich da bin, wird sie oft gestört durch meine Tor- und Tollheit.
Johann Wolfgang von Goethe
Dem Glücklichen kann es an nichts gebrechen,
der dies Geschenk mit stiller Seele nimmt:
Aus Morgenduft gewebt und Sonnenklarheit,
der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit.
Johann Wolfgang von Goethe
Der Mensch ist nicht geboren, frei zu sein,
und für den Edlen ist kein schöner Glück,
als einem Fürsten, den er ehrt, zu dienen.
Johann Wolfgang von Goethe
Ich singe, wie der Vogel singt, - Der in den Zweigen
wohnet; - Das Lied, das aus der Kehle dringt,
- Ist Lohn, der reichlich lohnet.
Johann Wolfgang von Goethe
Der Aberglaube ist ein Erbteil energischer, großtätiger, fortschreitender Naturen, der Unglaube das Eigentum schwacher, kleingesinnter, zurückschreitender, auf sich selbst beschränkter Menschen.
Johann Wolfgang von Goethe
Ach, wenn in unsrer engen Zelle Die Lampe
freundlich wieder brennt, - Dann wird's in
unserm Busen helle, - Im Herzen, das sich selber
kennt.
Johann Wolfgang von Goethe
Nicht im Augenblicke steh ich still
bei so verstockten Sündern,
und wer nicht mit mir schreiten will,
soll meinen Schritt nicht hindern.
Johann Wolfgang von Goethe
Mir ist das All, ich bin mir selbst verloren,
der ich noch erst den Göttern Liebling war;
sie prüften mich, verliehen mir Pandoren,
so reich an Gütern, reicher an Gefahr;
sie drängten mich zum gabeseligen Munde,
sie trennen mich und richten mich zugrunde.
Johann Wolfgang von Goethe
Nie war Natur und ihr lebendiges Fließen
auf Tag und Nacht und Stunden angewiesen.
Sie bildet regelnd jegliche Gestalt,
und selbst im Großen ist es nicht Gewalt.
Johann Wolfgang von Goethe
Unter dem leichten Geschlecht erscheinst du schwer und bedächtig,
aber zu Regel und Zucht winkst du die Schwestern zurück.
Johann Wolfgang von Goethe
Mein Busen drängt
Sich nach ihm hin
Ach dürft ich fassen
Und halten ihn, Und küssen ihn
So wie ich wollt
An seinen Küssen
Vergehen sollt!
Johann Wolfgang von Goethe