Johann Wolfgang von Goethe
226 - 250 di 277 Sätzes Johann Wolfgang von Goethe
Theorien sind gewöhnlich Übereilungen eines ungeduldigen Verstandes, der die Phänomene gern lossein möchte und an ihrer Stelle deswegen Bilder, Begriffe, ja oft nur Worte einschiebt.
Johann Wolfgang von Goethe
In den Wissenschaften ist viel Gewisses, sobald man sich von den Ausnahmen nicht irre machen läßt und die Probleme zu ehren weiß.
Johann Wolfgang von Goethe
Doch, haben alle Götter sich versammelt,
Geschenke seiner Wiege darzubringen
- die Grazien sind leider ausgeblieben,
und wem die Gaben dieser Holden fehlen,
der kann zwar viel besitzen, vieles geben,
doch läßt sich nie an seinem Busen ruhn.
Johann Wolfgang von Goethe
Zeige man doch dem Jüngling des edel reifenden Alters
Wert und dem Alter die Jugend, daß beide des ewigen Kreises
sich erfreuen und so sich Leben im Leben vollende!
Johann Wolfgang von Goethe
Lieblich ist des Mädchens Blick, der winket;
Trinkers Blick ist lieblich, eh er trinket,
Gruß des Herren, der befehlen konnte,
Sonnenschein im Herbst, der dich besonnte.
Lieblicher als alles dieses habe
stets vor Augen, wie sich kleiner Gabe
dürftge Hand so hübsch entgegen dränget,
zierlich dankbar, was du reichst empfänget.
Welch ein Blick! Ein Gruß! Ein sprechend Streben!
Schau es recht, und du wirst immer geben.
Johann Wolfgang von Goethe
Geh den Weibern zart entgegen,
du gewinnst sie, auf mein Wort.
Und wer rasch ist und verwegen,
kommt vielleicht noch besser fort.
Doch wem wenig dran gelegen
scheinet, ob er reizt und rührt,
der beleidigt, der verführt.
Johann Wolfgang von Goethe
Du verklagest das Weib, sie schwanke von einem zum andern!
Tadle sie nicht: Sie sucht einen beständigen Mann.
Johann Wolfgang von Goethe
Dein Liebchen sitzt dadrinne
Und alles wird ihr eng und trüb
Du kommst ihr gar nicht aus dem Sinne
Sie hat dich übermäßig lieb!
Johann Wolfgang von Goethe
Für mein Gefühl ist man noch immer in der Nähe seiner Lieben, solange die Ströme von uns zu ihnen laufen.
Johann Wolfgang von Goethe
Wenn sie mich an sich lockte,
war Rede nicht im Brauch,
und wie die Zunge stockte,
so stockt die Feder auch.
Johann Wolfgang von Goethe
Wer in einem gewissen Alter frühere Jugendwünsche und Hoffnungen realisieren will, betrügt sich immer; denn jedes Jahrzehnt des Menschen hat sein eigenes Glück, seine eigenen Hoffnungen und Aussichten.
Johann Wolfgang von Goethe